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Pilzinfektion im Mund: Was tun?

Eine orale Pilzinfektion kann sehr schmerzhaft sein. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sie sich aber gut in den Griff bekommen
von Christian Krumm, 06.10.2017

Verdacht auf eine Pilzinfektion? Dann besser gleich zum Arzt

Your Photo Today/A1Pix

Die Symptome

Viele Betroffene – besonders häufig Menschen mit künstlichem Gebiss – leiden in erster Linie unter Schmerzen beim Kauen und Schlucken, andere haben eher Missempfindungen oder Geschmacksstörungen.

Manchmal fühlt sich der Mund pelzig an, und die Lymphknoten können geschwollen sein. Auf der Zunge sowie der Mund- und Rachenschleimhaut zeigen sich oft kleine weiße Beläge.

Die Erreger

Den Hefepilz Candida albicans haben viele von uns im Mund. "Candida-Arten sind bei 75 Prozent der Bevölkerung nachweisbar", sagt Professor Oliver Cornely, Infektio­loge an der Universitätsklinik Köln. Bei Erwachsenen sei Candida albicans die häufigste Art.

Probleme bereitet der Hefepilz nur, wenn er sich zu stark ausbreitet – etwa aufgrund eines schwachen Immunsystems.

Die Risikofaktoren

Bei geschwächten Abwehrkräften kann sich Can­dida besonders leicht ausbreiten. Daher sind meist Patienten während oder nach einer Chemotherapie, Menschen mit Immunschwäche oder Diabetes mellitus von oralen Pilzinfektionen betroffen. Auch Medikamente wie Antibiotika erhöhen das Risiko.

Für Asth­matiker, die Glukokortikoide inhalieren, gilt: Nach der Anwendung immer den Mund mit Wasser ausspülen oder eine Kleinigkeit essen, um übrig ­gebliebene Wirkstoffpartikel von der Schleimhaut zu entfernen.

In den meisten Fällen begünstigen jedoch schlecht sitzende Zahnprothesen eine Candidose, weil sie winzige Verletzungen an der Mundschleimhaut verursachen und den Speichelfluss behindern können. "Insbesondere unter der Prothese kann Candida dann eine Nische finden", erklärt Cornely.

Die Gefahren

Eine orale Pilzinfektion ist in den meisten Fällen harmlos. Bei Menschen mit einer Abwehrschwäche, etwa nach einer Chemotherapie, kann es den Pilzen jedoch gelingen, sich über den ganzen Körper auszubreiten. Das wird möglicherweise lebensbedrohlich.

Umso wichtiger ist es, bei ersten Anzeichen den Arzt aufzusuchen. Er erkennt die Infektion oft auf den ersten Blick, in unklaren Fällen nimmt er einen Abstrich.

Die Behandlung

Wer erstmals entsprechende Beschwerden zeigt, sollte den Arzt aufsuchen. Das gilt auch immer dann, wenn noch weitere Symptome bestehen, etwa Fieber oder wenn eine Candidose erneut auftritt. Die Pilze lassen sich gut mit Medikamenten wie Miconazol oder Nystatin behandeln. Wichtig: flüssige Präparate vor jeder Anwendung gut aufschütteln!

Sind die Symptome abgeklungen, sollte das Medikament noch mindestens weitere zwei Tage eingenommen werden. Gegen die Schluckbeschwerden können Schmerzmittel helfen. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten.

Die Vorbeugung

Gebissträger sollten ihren Zahn­ersatz jeden Abend reinigen und öfter mal für eine Zeit lang aus dem Mund nehmen. "Die regelmäßige gründ­liche Reinigung der Prothese beugt Entzündungen vor, die Candida an Mundschleimhaut und Zahnfleisch verursachen kann", erläutert Cornely.

Mundspülungen mit antiseptischen Inhaltsstoffen unterstützen den Heilungsprozess, können aber nicht die Reinigung der Prothese ersetzen. Auch umfassende Mundhygiene mit einer milden Zahncreme und häufig erneuerten Zahnbürsten hilft, einer oralen Pilzerkrankung entgegenzuwirken.

Bei trockenem Mund bieten sich Speichelersatzpräparate an. Tipp: Pflegen Sie Ihre Lippen so, dass sie nicht trocken und rissig werden. Rauchen, Alkohol sowie stark gewürzte, saure oder sehr heiße Speisen begünstigen eine Infektion.



Bildnachweis: Your Photo Today/A1Pix

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